Sinkende Rohstoffpreise
Die Rohstoffpreise sinken - an den Börsen ebenso wie für die Produzenten. Und das seit Monaten.Durch sinkende Agrarrohstoff-Preise sehen sich zum Beispiel Bäcker im Vorteil. Sie beziehen die Getreideprodukte günstiger als bisher, senken aber nicht die Preise gegenüber dem Endverbraucher. Ihr finanzieller Ertrag steigt. Das macht sich natürlich auch in der Abrechung der Registrierkasse bemerkbar, zumindest in der statistischen Übersicht. Durch diese Mehreinnahmen können Händler natürlich Investitionen, z.B. in neue Kassen und Kassensysteme - vielleicht auch neue Lasdeneinrichtungen - schneller durchführen. Das wiederum fördert Kundenbindung. Denn neue Einrichtungen lassen die Kunden sich wohlfühlen und dann gern wiederkommen.
Börsenmitarbeiter im Bereich der Rohstoff-Märkte sehen sinkende Preise als schlechte Nachricht, da sie entsprechend ihres geringeren Umsatzes auch geringere Provisionen bekommen.
Allerdings machen sich zum Beispiel die beinahe halbierten Getreidepreise nicht für den Verbraucher bemerkbar. Denn leider sind die beinahe halbierten Getreidepreise noch nicht bei den Preisen für Mehl, Brot, Nudeln und so weiter angekommen. Das wird aber von Verbraucherschützern gefordert. Vielleicht, weil die Realeinkommen bei vielen Arbeitnehmern, besonders aber bei von Arbeitslosigkeit betroffenen Leistungsempfängern, nicht ausreichend der Preissteigerung entsprechend entwickelt haben.
Im Gegenzug argumentiert die Branche, abzuwarten und dem Wettbewerb zu vertrauen.
So hat der Weizenpreis von Frühjahr bis Herbst 2008 um etwa 60% nachgelassen. Vermutlich gibt es verschieden Gründe für den Preisverfall. Zum Beispiel könnten rezessionsbendingt sinkende Rohtstoffwerte, die Suche nach alternativen Energien, gute Ernteerträge oder auch der Ausstieg von Investoren aus dem Rohstoffmarkt Zündstoff für den Preisverfall sein. Diese sinkenden Preise machen sich besonders in der Kasse der Ezeugern bemerkbar,
Doch trotz sinkender Rohstoffpreise steigen die Endverbraucher-Preise weiter - wenn auch nicht ganz so stark wie bei stagnierenden oder steigenden Rohstoffpreisen, sondern in moderater Art und Weise. Natürlich stehen der Preisverfall einerseits und der stagnierende Enbverbraucherpreis andererseits in arger Konkurrenz zueinander. Der Produzent von Rohstoffen büßt durch immer niedrigere Preise an Einkommen ein, der Verbraucher möchte - möglicherweise berechtigt wegen geringen Einkommens - beim Einkauf sparen. Sicherlich sind speziell bei Lebensmitteln die Preise in den letzten Jahren “unter dem Niveau” gestiegen und haben allenfalls gereicht, maximal die Inflationsrate zu erreichen. Nun ist in der Lebensmittelbranche preislicher Nachholbedarf zu decken, um auch andere sehr viel höher anfallende Kosten wie Löhne, Ladenmieten und so weiter einigermaßen zu decken. Dies würde außerdem der Forschung und Entwicklung genauso zugute kommen wie dem Arbeitsplatzerhalt.
Währenddessen findet an der Agrarrohstoff-Börse beinahe ein “Ausverkauf” statt. Ein Grund hierfür kann sein, dass extrem ertragreiche Ernten auch verkauft und verbraucht werden müssen, bevor die Ware verdirbt. Schließlich kommen zusätzlich auch in absehbarer Zeit die nächsten Ernteerträge auf den Markt. Also wird viel und immer günstiger verkauft - der Preis sinkt.
Allerdings würde sich der Endverbraucherpreis im Laufe der Zeit der Inflation ebenso anpassen wie den sinkenden Rohstoffpreisen.
Letzten Endes ist es der Verbraucher, der die Preispolitik genauso auszubaden hat, wie die Entwicklung an den Rohstoffmärkten.
Der Verbraucher ist der Leittragende in dieser Art der “Nahrungskette”, machtlos und wütend. Den Preis zahlt er aber doch.